Traditionsbetrieb in der dritten Generation

Da jede Generation ihre eigenen Geschäftschwerpunkte setzte, lässt sich die Entwicklung der Firma am besten anhand dieser drei Generationen verdeutlichen:


info_erhard_1.jpgSchlossermeister Erhard Brandl (1876-1953)

1901- 1948: Schlossermeister Erhard (I) und Karolina Brandl

1901: Am 04. Oktober 1901 gründete der junge Schlossermeister Erhard Brandl (I) aus Gaimersheim eine Schlosserei in der Hitzhofener Straße in Eitensheim. Die Eitensheimer Brauerei Rupp unterstützt die Gründung durch ein Darlehen und gibt dem Betrieb auch die ersten Aufträge.

1903: Nach seiner Heirat mit Karolina Lazarus übernimmt Erhard Brandl (I) zusätzlich die Posthalterei und beginnt mit dem ersten Handel von Eisenwaren im Flur des damaligen Wohnhauses. Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt zu dieser Zeit auf der Reparatur von Brunnen, der Installation der ersten zentralen Wasserleitungen in allen umliegenden Orten sowie auf Spenglerarbeiten.


info_karolina.jpgKarolina Brandl (1881-1939)

1923: Nach dem ersten Weltkrieg wird das Haus in der Hitzhofener Straße erweitert und aufgestockt. Im Zuge dieses Umbaus entsteht das erste richtige Geschäft für Hausrat und Eisenwaren mit einem kleinem Verkaufsraum und zwei Schaufenstern. Durch den technologischen Fortschritt im Agrarbereich verlagerte sich der Schwerpunkt von der Schlosserei hin zur Landtechnik. Zunächst beschränkte man sich lediglich auf die Reparatur von Landmaschinen, nahm allerdings später auch deren Vertrieb hinzu. Auch die Handvermittlung aller Telefongespräche für die umliegenden Orte gehörte damals zum Aufgabenbereich des Unternehmens.

1928: Verkauf des ersten Getreidemähers der Firma McCormick (später: IHC, heute: CASE)

1948: Das Unternehmen wird der zweiten Generation übergeben.


info_erhard_2.jpgSchlossermeister Erhard Brandl (1913-1999)

1948-1976: Schlossermeister Erhard (II) und Franziska Brandl

1939: Noch bevor Erhard Brandl (II) zum Kriegsdienst eingezogen wurde, hat er in München die Prüfung zum Schlossermeister abgelegt.


info_franziska_1.jpgFranziska Brandl (1919-1983)

1948: Nach seiner Heirat übernimmt Erhard Brandl (II) den Betrieb von seinem Vater. Der technische Fortschritt und die flächendeckende Mechanisierung der Landwirtschaft verhelfen den Betrieb zu einem schnellen Wachstum. Erhard Brandl (II) kann hier auf seine Erfahrungen in der Instandsetzung und der Reparatur von Kraftfahrzeugen und Motoren während des Krieges zurückgreifen.


info_hitzhofener_strasse.jpgDas Firmengebäude in der Hitzhofener Straße um 1948. Der große Schlüssel rechts am Gebäude ist das Meisterstück von Erhard Brandl (II), welches auch noch das heute Firmengebäude ziert.

1953: Auf dem ehemaligen Sommerkeller der Brauerei Rupp in der Eichstätter Straße wird eine etwa 50 Meter lange Halle errichtet und ein Auslieferungslager für Traktoren der Firma IHC (International Harvester Company) gegründet. In Spitzenzeiten waren über 100 Traktoren gleichzeitig auf Lager.

1964: Das Unternehmen wächst stetig und so mussten die Gebäude in der Eichstätter Straße um einen Laden mit 75 m² Verkaufsfläche, einer vergrößerten Werkhalle und einem neuen Wohnhaus erweitert werden. Im Einzelhandel wurden zu dieser Zeit v.a. Haus – und Küchengeräte sowie Eisenwaren verkauft. Durch den Neubau entstand neben der Landtechnik in zweites Standbein in dem Bereich der Sanitärinstallation. Die Firma Brandl beschäftigt zu dieser Zeit etwa 15 Mitarbeiter.

1976: Die Posthalterei wird aufgegeben und das Unternehmen wird schrittweise an die dritte Generation, Erhard Brandl (III), übergegeben.


info_erhard_3.jpgErhard Brandl

Seit 1976: Dipl. Ing. Erhard (III) und Franziska Brandl

1975: Nach einer abgeschlossenen Lehre und einem Maschinenbaustudium an der TU München tritt Erhard Brandl (III) in das Unternehmen ein.

1980: Durch die Betriebserweiterung entsteht ein Verkaufsraum für den Einzelhandel von 330 m² und eine Werkhalle mit 800 m². Erhard Brandl (III) hält zwar an den bisherigen Geschäftsfeldern fest, verlagert allerdings den Schwerpunkt schrittweise auf den Metallbau und den Einzelhandel. Die ersten größeren Aufträge, wie die Sanierung des Gaimersheimers Kirchturms oder der Neubau des Eichstätter Krankenhauses werden entgegengenommen.


info_franziska_2.jpgFranziska Brandl

1985: Eine stetig steigende Anzahl an Aufträgen aus dem Metallbausektor führen zu einer erneuten Vergrößerung der Werkhalle um 500 m² und auch zu einer Wiederbelebung der ursprünglichen Werkhalle in der Hitzhofener Straße.


info_eichstaetter_strasse.jpgDie Betriebsgebäude um 1980 in der Eichstätter Straße. Links zu sehen ist die langezogene IHC Auslieferungshalle, daneben das Wohnhaus in welchem der alte Laden noch integriert ist. Der Neubau des Ladens und der Werkstatt (in der Bildmitte) ist zu dieser Zeit gerade fertig gestellt worden.

1994: Der expandierende Metallbau macht eine erneute Erweiterung der Werkstätten auf insgesamt 2500 m² notwendig. Da sich die Aufträge im Metallbausektor immer anspruchsvoller gestalteten, wurde bereits beim Bau der Werkhallen ein Spannsystem in den Boden integriert, welches es ermöglicht auch große Bauteile höchst präzise anzufertigen. Auch die Zahl der Mitarbeiter wuchs im Laufe dieser Zeit auf 40 Personen an.

1996: Im Anschluss an die Erweiterung der Werkstätten wird mit dem Bau eines eigenständigen Ladengebäudes mit 1400 m² Verkaufsfläche begonnen und 1996 eingeweiht. Durch eine Verdreifachung der Verkaufsfläche wird es möglich, das bisherige Sortiment an Eisen- und Haushaltswaren noch zu vertiefen und um hochwertiges Porzellan und Geschenkartikel zu erweitern.


info_1.jpgDer 1996 eingeweihte Neubau des Ladens an der Eichstätter Straße.

1998: Für das architektonische Gesamtkonzept der umgebauten und neu errichteten Betriebsgebäude wurden die Architekten Prof. Homeier und Prof. Richter, München, und der Statiker Dipl. Ing. (FH) Johann Grad, Ingolstadt, mit dem Balthasar-Neumann-Preis 1998 ausgezeichnet. Dieser Preis wird alle zwei Jahre vom Bund Deutscher Baumeister und der Deutschen Bauzeitung für ein Projekt in Europa vergeben. Näheres dazu finden Sie hier.

1997: Die Größe der errichteten Werkstätte erlaubt sowohl dem Metallbau als auch der Landtechnik weiteres Wachstum. Mit der Fertigung der Lichtrasterdecke für die Pinakothek der Moderne in München wird zum ersten Mal ein Auftrag in einer Größenordnung von 3 Millionen Euro ausgeführt.

1999: Unter Führung der Firma Erhard Brandl wird die CASE-Steyr Händlergemeinschaft Bayern-Mitte gegründet. Die Mitarbeiterzahl ist auf 45 Personen angewachsen, wobei 1999 alleine sechs Auszubildende in den Bereichen Metallbau, Landtechnik und Einzelhandel ihr Berufsleben bei der Firma Erhard Brandl begonnen haben.

2000: Mit dem Neubau der Herz-Jesu-Kirche in München fertigt das Unternehmen das bislang größte Kirchenportal der Welt mit einer Breite von 20 m und einer Höhe von 16 m. Näheres dazu finden Sie hier.

2001: Die Firma Erhard Brandl wird 100 alt und kann dieses Jubiläum mit 60 Mitarbeitern und einem großen und treuen Kundenstamm in allen Geschäftsbereichen feiern.

2003: Auf der International Houseware Show in Chicago (Illinois) wird das Haushaltswarengeschäft der Firma Erhard Brandl als eines der fünf besten Haushaltswarengeschäfte weltweit ausgezeichnet. Zuvor wurde es bereits von Fachzeitschriften zum deutschlandweiten Sieger gekürt. Mehr zu diesem Thema finden sie hier.